Rezo: Was Journalisten von YouTubern lernen müssen

In der ganzen Debatte um das Video „Die Zerstörung der CDU“ des Youtubers Rezo haben sich nicht nur die angegriffenen Christdemokraten ziemlich blamiert. Auch die meisten Medien offenbarten mit ihren zahllosen Fakten-Checks eher den Drang, sich von der neuen Konkurrenz demonstrativ abheben zu müssen. Die Überheblich darin war bisweilen schon ziemlich jämmerlich und blieb auch vielen Nutzer*innen nicht verborgen.

Man muss auch schon lange zurückgehen, um so viele ausführliche Fakten-Checks in allen relevanten Medien zu finden. Bei der FAZ durften sogar gleich vier (!) Redakteure ihre superior research skills beweisen. Und nun ja, es hat trotzdem nicht ganz funktioniert. Klar, das Video war wegen seinen Klickzahlen irgendwie relevant, aber es ist sicherlich kein Whataboutism wenn man anmerkt, dass es durchaus so einige Themen/Politiker-Reden/Gesetzesentwürfe gibt, die so einen Faktencheck mehr verdient hätten.

Dass YouTuber wie Rezo jetzt so groß sind, hat auch damit zu tun, dass der Journalismus dort so klein ist.

Das Problem ist aber noch ein anderes. In fast allen Beiträgen hat der klassische Journalismus gezeigt, dass er diese Welt der neuen Plattformen überhaupt nicht versteht. Dass hier ein riesiges Potenzial vorhanden ist, um Nutzer*innen zu erreichen, scheint irgendwie niemandem klar zu sein. Stattdessen hofft man, durch Diskreditierung die Konkurrenz klein zu halten. Weil das nicht funktionieren wird, habe ich einmal für die Taz aufgeschrieben, was der Journalismus eigentlich von Youtube lernen müsste. Denn dass YouTuber wie Rezo jetzt so groß sind, hat auch damit zu tun, dass der Journalismus dort so klein ist. Hier geht es zu dem Artikel vom 31. Mai.

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